ZUHÖREN und miteinander sprechen, nicht übereinander reden.

Jeder Mensch verfügt über eigene Ansichten, die im Widerspruch zu den Ansichten anderer stehen können. Deshalb ist es wichtig, miteinander zu sprechen und das gilt auch und ganz besonders in der Psychiatrie.

Unter Trialog verstehen wir das gleichberechtigte Gespräch dreier Gruppen: die von einer psychischen Erkrankung betroffenen Menschen, deren Angehörige und Fachleute aus dem psychiatrischen und sozialpsychiatrischen Arbeitsfeld. Im Trialog treten sie auf gleicher Augenhöhe in einen Austausch, gehen jeweils als Experten in eigener Sache aufeinander zu und lernen voneinander. Der Trialog, so wie wir ihn verstehen, ist kein Ringen um Machtansprüche oder Hoheitswissen. Alle akzeptieren, dass Professionelle, Betroffene und Angehörige jeweils ein eigenes Erfahrungswissen haben. Der Trialog ist die frei von Hierarchien geführte Suche nach einer gemeinsamen Sprache und einem gegenseitigen Verständnis.

Trialog ist damit also keine Vortragsveranstaltung, keine wissenschaftliche Vermittlung von Konzepten oder Theorien in Seminarform und auch keine Psychoedukation. Man kann Erfahrungen einbringen, mitnehmen oder einfach nur zuhören. Wir beraten nicht, aber wir reden miteinander. Wir haben weder Lösungen noch Antworten, aber wir möchten gemeinsam Wege finden.

Der Jenaer Trialog befasst sich mit den Perspektiven aller psychischer Erkrankungen. Zu jeder Zusammenkunft wird ein konkretes Thema gesetzt. Die Themen, die aus allen drei Perspektiven transparenter gemacht werden können, sind sehr vielseitig. Es geht zum Beispiel um Diagnosen, Medikation, Selbstbestimmung, Psychopharmaka bis Partnerschaft und Arbeit.